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5 Gründe, warum Scope 3 jetzt zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor wird

Scope-3-Emissionen verstehen: Der wichtigste Hebel für nachhaltige Lieferketten
Bisher lag der regulatorische Fokus vor allem auf der Erfassung von Scope-1- und Scope-2-Emissionen. Doch gerade Scope-3-Emissionen entwickeln sich zunehmend zu einem zentralen Risiko für Unternehmen, insbesondere durch strengere regulatorische Anforderungen und die steigende Nachfrage nach Transparenz entlang globaler Lieferketten, etwa innerhalb der EU. Denn Scope 3 umfasst die Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und ist damit deutlich komplexer als direkte Unternehmens- oder Energieemissionen. Dieser Artikel zeigt fünf Gründe, warum Unternehmen ihre Scope-3-Emissionen frühzeitig messen sollten — und warum der Product Carbon Footprint (PCF) dabei ein sinnvoller Einstieg für produzierende Unternehmen ist.
In den meisten Branchen stellen Scope-3-Emissionen den größten Anteil der gesamten Unternehmens-emissionen dar und liegen häufig um ein Vielfaches über Scope 1 und 2. Im Bereich Capital Goods machen Scope-3-Emissionen beispielsweise rund 97 % der gesamten Treibhausgasemissionen aus.
Zusätzlich zeigt der Global Supply Chain Report von 2018, dass rund 40 % der globalen Unternehmensemissionen direkt oder indirekt durch eingekaufte Materialien, Lieferketten und verkaufte Produkte verursacht beziehungsweise beeinflusst werden.
Scope 3 erklärt: Wo Unternehmen wirklich Emissionen verursachen
Wenn Unternehmen ihre CO₂-Emissionen betrachten, liegt der Fokus häufig zunächst auf direkten Emissionen aus eigenen Produktionsprozessen oder dem Energieverbrauch im Unternehmen. Doch in den meisten Branchen entsteht der deutlich größte Teil der Emissionen nicht innerhalb des Unternehmens selbst, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungs- und Lieferkette. Genau diese indirekten Emissionen werden als Scope-3-Emissionen bezeichnet.
Scope 3 umfasst alle Emissionen, die außerhalb der direkten Unternehmensgrenzen entstehen, aber dennoch mit den Geschäftsaktivitäten eines Unternehmens verbunden sind. Dabei wird zwischen sogenannten upstream- und downstream-Emissionen unterschieden.
Upstream-Emissionen entstehen vor allem in der vorgelagerten Lieferkette — beispielsweise durch eingekaufte Rohstoffe und Materialien, Produktionsprozesse bei Zulieferern, Transport, Logistik oder Geschäftsreisen.
Downstream-Emissionen entstehen dagegen nach dem Verkauf eines Produkts, etwa durch dessen Nutzung, Wartung, Recycling oder Entsorgung.
Besonders für produzierende Unternehmen mit internationalen Lieferketten stellen Scope-3-Emissionen den größten Anteil der gesamten Unternehmens-emissionen dar. Denn jede Materialentscheidung, jeder Lieferant und jeder Transportweg beeinflusst den tatsächlichen CO₂-Fußabdruck eines Produkts. Genau darin liegt jedoch auch die Herausforderung:
Während Scope-1- und Scope-2-Emissionen häufig direkt messbar sind, fehlt Unternehmen bei Scope 3 oft die notwendige Transparenz über ihre Lieferkette. Daten sind verteilt, schwer vergleichbar oder teilweise gar nicht verfügbar. Gleichzeitig steigen regulatorische Anforderungen und der Druck auf Unternehmen, verlässliche Nachhaltigkeits- und Emissionsdaten bereitzustellen, insbesondere innerhalb der EU. Dadurch entwickelt sich Scope 3 zunehmend von einem reinen Nachhaltigkeitsthema zu einem strategischen Wettbewerbs- und Compliance-Faktor.

Unternehmen ohne Scope-3-Transparenz geraten zunehmend unter Druck
Es gibt viele Gründe, warum Unternehmen bereits jetzt mit der Messung ihrer Scope-3-Emissionen beginnen sollten. Der wichtigste: Mehr Transparenz entlang der Lieferkette. Denn je mehr Unternehmen ihre indirekten Emissionen erfassen und offenlegen, desto nachvollziehbarer werden Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dadurch wird auch das Reporting anderer Akteure innerhalb derselben Lieferkette erleichtert. Dieses „Leading by Example“ schafft langfristig mehr Transparenz, bessere Datenqualität und höhere Standards entlang globaler Supply Chains.
Gleichzeitig wächst der regulatorische Druck. Unternehmen müssen zunehmend nachvollziehbar dokumentieren, welche Emissionen entlang ihrer Produkte, Materialien und Lieferketten entstehen — insbesondere im Kontext von Scope 3, Product Carbon Footprints (PCFs), CBAM oder dem Digital Product Passport (DPP). Doch Scope-3-Transparenz bietet nicht nur regulatorische Vorteile.
Unternehmen profitieren dadurch auch strategisch und operativ:
➝ Ein besseres Verständnis der tatsächlichen Scope-3-Emissionen und des gesamten Klimaimpacts entlang der Wertschöpfungskette schaffen
➝ Mehr Transparenz in der Lieferkette aufbauen und die Zusammenarbeit mit Lieferanten und Geschäftspartnern verbessern
➝ Energie-, Material- und Prozesseffizienzen identifizieren, um Emissionen und gleichzeitig Kosten zu reduzieren
➝ Durch nachvollziehbare CO₂-Daten Vertrauen bei Kunden, Investoren und Stakeholdern stärken
➝ Regulatorische, finanzielle und carbonbezogene Risiken frühzeitig erkennen und besser steuern
Besonders wichtig dabei:
Der Product Carbon Footprint (PCF) ist ein zentraler Bestandteil von Scope 3. Ein PCF beschreibt die Emissionen entlang des gesamten Lebenszyklus eines einzelnen Produkts. Unternehmen, die ihre Scope-3-Emissionen berechnen möchten, sind daher auf belastbare PCF-Daten ihrer Lieferanten angewiesen. Genau deshalb werden Product Carbon Footprints zunehmend zur Grundlage moderner Emissions- und Nachhaltigkeitsstrategien.
Warum Product Carbon Footprints die Grundlage für Scope-3-Transparenz schaffen
Auch wenn Product Carbon Footprints (PCFs) und Scope-3-Emissionen eng miteinander verbunden sind — der PCF ist letztlich ein Teil der Scope-3-Berechnung — entscheiden sich viele Unternehmen bewusst dafür, zunächst auf Produktebene zu starten.
Der Grund dafür ist einfach: Ein Product Carbon Footprint macht Emissionen deutlich konkreter, greifbarer und einfacher steuerbar als eine rein allgemeine Scope-3-Betrachtung auf Unternehmensebene. Die Berechnung des CO₂-Fußabdrucks eines einzelnen Produkts hilft Unternehmen dabei, die tatsächlichen Umweltauswirkungen eines Produkts besser zu verstehen und gezielt Optimierungspotenziale zu identifizieren. Dadurch können bereits frühzeitig fundiertere Entscheidungen in Bereichen wie Produktdesign, Materialauswahl, Einkauf oder Vermarktung getroffen werden.
Gleichzeitig entsteht auf Produktebene häufig der größte Innovationshebel. Unternehmen erkennen schneller, welche Materialien, Prozesse oder Lieferanten besonders emissionsintensiv sind und wo nachhaltigere Alternativen möglich werden. Viele erfolgreiche Produktinnovationen zur Emissionsreduktion basieren genau auf dieser Transparenz, denn Optimierung ist nur möglich, wenn Emissionen zuvor messbar gemacht wurden.
Auch aus Marktsicht gewinnen Product Carbon Footprints zunehmend an Bedeutung.
Unternehmen, die transparente CO₂-Daten zu ihren Produkten bereitstellen können, schaffen Vertrauen bei Kunden, Investoren und Geschäftspartnern und differenzieren sich klarer im Wettbewerb, insbesondere bei nachhaltigkeitsorientierten Märkten und Ausschreibungen.
Hinzu kommt der regulatorische Druck: Viele aktuelle und zukünftige Anforderungen wie der EU Digital Product Passport (DPP), ESPR oder weitere Nachhaltigkeitsstandards verlangen zunehmend transparente und nachvollziehbare Produktdaten sowie CO₂-Fußabdrücke auf Produktebene.
Darüber hinaus hilft die frühzeitige Berechnung von PCFs dabei, Risiken besser zu kontrollieren — beispielsweise durch neue regulatorische Vorgaben, steigende Carbon-Kosten oder Emissions-Hotspots innerhalb der Lieferkette, die sich negativ auf Kosten, Compliance oder Reputation auswirken können. Langfristig wird klar: Unternehmen benötigen sowohl Transparenz auf Unternehmens- als auch auf Produktebene. Scope-3-Management und Product Carbon Footprints dürfen deshalb nicht isoliert betrachtet werden, sondern müssen sich gegenseitig ergänzen.
Während Procurement- und Supply-Chain-Teams vor allem Scope-3-Emissionen entlang der Lieferkette steuern, liegt der größte Hebel zur Reduktion des Product Carbon Footprints häufig bereits deutlich früher — nämlich in der Produktentwicklung und Materialauswahl. Genau dafür braucht es belastbare CO₂-Daten und transparente Lieferketteninformationen. Um Unternehmen dabei zu unterstützen, hat sustamize den Product Footprint Engine (PFE) entwickelt — ein dynamisches und validiertes CO₂-Datenmodell, das Unternehmen bei PCF-, Material- und Lieferkettenberechnungen unterstützt und sich direkt in bestehende Geschäftsprozesse integrieren lässt.
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